„Tipps aus’m Pit“ zum Nachbetrachten (aus #39)

Felix: Suki Waterhouse – I can’t let go (2022, Sub Pop Records)

Da wir es öde finden, ausschließlich in altbekannten Genres zu fischen, gibt es heute wieder viel Neues auf die Ohren. Den Anfang macht Felix bzw. sein Tipp Suki Waterhouse. Die 30-jährige Londonerin kommt übers Modeln und Schauspielern zur Musik.
Ihr Debütalbum I can’t let go erschien im April und kann als indie-poppiger Singer-Songwriter Darkfolk beschrieben werden. Die ernsten und lebenswirklichkeitsnahen Texte haben dann aber nicht mehr viel mit dem Attribut Popmusik zu tun. Auf jeden Fall selbst mal ein Bild machen.

Kontakt Instagram: @sukiwaterhouse
Kontakt YouTube: Suki Waterhouse

Alex: Roman „Die Klasse von 77“ von Francis Kirps

Willkommen im Piggeldingen der 70er Jahre! In diesem von Alex empfohlenen Roman verfolgen wir den Hauptcharakter, wie er dabei ist, im Grundschul-Alter eine Punk-Band zu gründen, nachdem er und sein bester Kumpel voller Ekstase das Debüt der Ramones gehört hatten und davon mehr als geflasht sind: Ein Weckruf! Höre hier:

Erzählt wird die Coming-Of-Age-Geschichte ähnlich wie bei Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (Vorlage: Die Leiche – Stephen King) aus der Retrospektive. Sehr sympathisch, sehr lustig, viele Referenzen zu den damaligen Bands inklusive. Zu jeder Zeit ist erkennbar, dass auch der Autor diebischen Spaß beim Schreiben hatte. Ein kurzweiliges Lesevergnügen nicht nur für Musikfans!

Erhältich (oder zu bestellen) im kompetenten Buchhandel eures Vertrauens um die Ecke.

Marco: Badmómzjay – Badmómz (2021, Universal Music)

Über die Teilnahme an einigen YouTube-Formaten „entdeckte“ Marco die Rapperin mit polnischen Wurzeln, die im letzten Jahr mit ihrem Debüt einigen Sand aufgewirbelt hat. Und während die etablierten, zumeist männlichen Hip Hopper der Szene sich noch die Augen reiben, schaltet Jordy Napieray, wie die 20-Jährige bürgerlich heißt, mit ihrem Nachfolger einfach mal in den Survival Mode: Was ist jetzt mit: „badmómzjay ist nur ein kurzer Hype“? Was ist jetzt mit: „Ja, die Kleine spielt die Shows nicht live“? Wo ist jetzt die Hip-Hop-Polizei? Sag ma‘, was hatten die nochmal für deutschen Female Rap so prophezeit?
Albumrelease: Ende Januar 2023.

Kontakt Instagram: @badmómzjay
Kontakt YouTube: badmómzjay

Gerrit: Alex Melton
Ihr kennt es, ihr liebt es: Einmal mehr hat Gerrit in seinen berühmten nächtlichen „YouTube-Schleifen“ die unendlichen Weiten der Video-Plattform nach Berichtenswertem durchforstet und ist fündig geworden:
Der US-amerikanische Alex Melton nimmt sich bekannte Songs aus diversen Stilen vor, arrangiert sie um, sodass ein spaßmachender Genre-Mash-Up entsteht, oftmals in Richtung Punk goes Country. Alle Instrumente spielt er dabei selbst und produziert die Songs und Videos gleich mit. Bei der Menge an hochwertigem Content ist seine One-Man-Show mehr als bemerkenswert. Dabei noch die Sympathie in Person! Besonders beliebt seine Reihe: Wie klingt es, wenn Band xy den Song z geschrieben hätte?
Siehe und höre hier:

Und was dem Wellenbrecherbereich ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert hat, war unter anderem diese Nummer: If Mmmbop was an Emo Song… Wenn die fröhlichen Hansons plötzlich nach Schwermut klingen… Alex, du hast es drauf!

Kontakt YouTube: Alex Melton

“Tipps aus`m Pit” zum Nachbetrachten (aus #5)

Alex: Heute mal nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen: Die HBO-Serie Vinyl wurde produziert von Martin Scorsese und Mike Jagger. Wir begleiten Ritchie Finestra, den charismatischen Chef eines New Yorker Plattenlabels, in den 70er Jahren raus aus der Krise. Sex, Drugs, Rock n‘ Roll inklusive! Starke Mucke, berauschende Bilder, toller Cast! Genau richtig für die dunkle Jahreszeit. Funktioniert auch als Weihnachtsgeschenk!
Schaut rein! @Gerrit: Es sind zehn Episoden.

Die DVD (Staffel 1) gibt es hier. Kein Streaming aktuell.

Alex, die 2.: Ex-Oceansize-Mastermind, Multi-Instumentalist, Poet, Biffy Clyro Ghost-Gitarrist, kurz: Tausendsassa: Mike Vennart hat inzwischen drei Solo-Alben* auf den Markt geschmissen, die Beachtung verdienen. Auf To cure a blizzard upon a plastic sea (2018) reiht sich ein Kunstwerk ans nächste. Ende letzten Jahres schrieb er mit Wut im Bauch den Song Dick Privilege (s.u.), nachdem seine Familie über Weihnachten unzählige Morddrohungen erhalten hatte, weil er zuvor einen Nazi Nazi nannte.
Ein passendes Video:

Vennart spielte hier alle Instrumente selbst ein

*Nachtrag: Anfang November – also kurz nach der Aufnahme unserer #5 – brachte Vennart sein drittes Solo-Album mit dem Namen In the Dead Dead Wood heraus. Fantastische Scheibe!

Zum Download des 2018er Albums geht es hier.

Felix: 100 Kilo Herz – Stadt Land Flucht. LP. VÖ: 2020. Label: Bakraufarfita Records
Kurzbeschreibung: Gitarrenriffs und Bläserelemente ergeben feinsten Brass Punk aus Leipzig. Zudem überzeugen die Jungs durch ihre politischen, gesellschaftskritischen Texte. Neben dem kreativen Albumtitel weiß auch das schlichte, aber aussagekräftige Cover zu gefallen. Daumen hoch!
Nachtrag: Hier geht’s zum Konzertbericht von Alex.

Zum Download geht es hier.

Gerrit: Pantera – Cowboys from Hell. LP. VÖ: 1990. Label: Atco Records
Passend zu unserem Hauptthema in Session #2 des Podcasts gilt dieses Album als das erste kommerziell erfolgreiche der Band, wenngleich es bereits das fünfte ist.
Welcome to the 90s!
Zum Download des Albums geht es hier.

Apropos Gerrit und Pantera: Checkt gerne mal Gerrits Nebenprojekt auf youtube aus.
Hier covert er Walk (vom Album Vulgar Display of Power):

Marco: The Ramones – Greatest Hits. VÖ: 2006
Kurzbeschreibung: Ja, zu den Ramones könnten wir hier – Achtung – Romanes verfassen oder wir sagen einfach: Die besten Songs einer der erfolgreichsten Punk-Bands aller Zeiten, die (zumindest gefühlt) jeden heutigen Rockmusiker beeinflusst hat, gesammelt auf einer Platte. Was will man mehr? One, Two, Three, Four! Anhören!

Zum Download des Albums geht es hier.